#89: Was die USA wirklich prägt: Eine andere Geschichte Amerikas

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Wenn heute über die USA gesprochen wird, dominiert meist ein einfaches Bild: gespaltenes Land, Blau gegen Rot, Demokraten gegen Republikaner. Das ist nicht falsch, aber es greift zu kurz. In dieser Folge schlagen wir deshalb eine andere Perspektive vor. Wir schauen auf die Vereinigten Staaten als historisches Mosaik regionaler Kulturen, deren Konfliktlinien weit älter sind als Parteien und Wahlkämpfe.

Ausgangspunkt ist der Ansatz des Journalisten und Historikers Colin Woodard. Seine These: Die tiefsten Brüche der USA verlaufen nicht zwischen politischen Lagern, sondern zwischen Regionen, die seit der Kolonialzeit unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit, Staat, Religion und Ordnung entwickelt haben. Wir reisen von Neuengland über New York und die Midlands bis in den Süden, nach Appalachia und an die Westküste und zeigen, wie diese Kulturen entstehen, sich nach Westen ausbreiten und bis heute politische Debatten prägen. Die USA erscheinen so weniger als zerfallender Nationalstaat, sondern als dauerhaftes Aushandlungsprojekt zwischen sehr unterschiedlichen Gesellschaftsvorstellungen.

Die Erfindung der Schweizer Neutralität: Zwischen humanitärer Tradition und Geschäftemacherei Überall Geschichte!

Am 27. September stimmt die Schweiz über eine Volksinitiative ab, die eine strikte Auslegung der Neutralität in die Verfassung schreiben will. Sie beruft sich auf eine angeblich Jahrhunderte alte, immerwährende Tradition. Aber stimmt das überhaupt?In dieser Folge von «Überall Geschichte!» gehen wir dieser Frage anhand von fünf Wendepunkten nach. Wir beginnen bei Marignano 1515, jener Niederlage, die viele für die Geburtsstunde der Neutralität halten, obwohl der Begriff damals so gar nicht existierte. Wir gehen an den Wiener Kongress 1815, wo Grossmächte aus eigenem Interesse eine neutrale Schweiz durchsetzten. Wir erzählen, wie das Rote Kreuz während des Ersten Weltkriegs Millionen Kriegsgefangene registrierte, während Schweizer Offiziere gleichzeitig Geheimnisse an die Mittelmächte weitergaben. Wir zeigen, wie die Schweiz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wegen ihrer Geschäfte mit Nazideutschland als Kriegsgewinnlerin unter Druck stand. Und wir fragen, wie neutral die Schweiz im Kalten Krieg tatsächlich war – und wie dieselbe neutrale Stellung Genf gleichzeitig zur Bühne für Gipfeltreffen zwischen Ost und West machte. Am Ende steht keine geradlinige Tradition, sondern eine Geschichte ständiger Neuaushandlung zwischen echter Vermittlung und handfestem Eigeninteresse.«Überall Geschichte!» ist Mitglied des Netzwerks #Historytelling.Wir freuen uns über Feedback an podcast@ueberallgeschichte.info. Mehr Infos findet ihr auf ueberallgeschichte.info. Wenn euch diese Episode gefällt, abonniert uns gerne!Tags: Schweiz, Neutralität, Sanktionen, RusslandFolge uns auf Instagram: @ueberallgeschichteund auf LinkedIn: Überall Geschichte! Podcast

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