#64: Darf man das sagen? Der Kampf um die Meinungsfreiheit

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«Heute darf man ja gar nichts mehr sagen!» – ein Vorwurf, der in Debatten über Cancel Culture, politische Korrektheit und Zensur immer wieder auftaucht. Doch wie wurde Meinungsfreiheit historisch verhandelt? In dieser Folge von «Überall Geschichte!» diskutieren wir zwei Fälle, die zeigen, dass die Auseinandersetzung um freie Rede alles andere als neu ist.

Olympe de Gouges war eine prominente Stimme der Französischen Revolution. 1791 veröffentlichte sie die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin und forderte Gleichberechtigung – ein radikaler Anspruch, der ihr zum Verhängnis wurde. Zwei Jahre später wurde sie als „Staatsfeindin“ hingerichtet. John Peter Zenger, Drucker im kolonialen New York, wurde 1734 verhaftet, weil er kritische Artikel über den britischen Gouverneur veröffentlichte. Sein Prozess wurde zu einem Grundsatzfall über die Pressefreiheit und beeinflusste die spätere amerikanische Verfassung.

Was bedeuten diese Fälle für die Diskussionen von heute? Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit, und wer entscheidet darüber?

Die Erfindung der Schweizer Neutralität: Zwischen humanitärer Tradition und Geschäftemacherei Überall Geschichte!

Am 27. September stimmt die Schweiz über eine Volksinitiative ab, die eine strikte Auslegung der Neutralität in die Verfassung schreiben will. Sie beruft sich auf eine angeblich Jahrhunderte alte, immerwährende Tradition. Aber stimmt das überhaupt?In dieser Folge von «Überall Geschichte!» gehen wir dieser Frage anhand von fünf Wendepunkten nach. Wir beginnen bei Marignano 1515, jener Niederlage, die viele für die Geburtsstunde der Neutralität halten, obwohl der Begriff damals so gar nicht existierte. Wir gehen an den Wiener Kongress 1815, wo Grossmächte aus eigenem Interesse eine neutrale Schweiz durchsetzten. Wir erzählen, wie das Rote Kreuz während des Ersten Weltkriegs Millionen Kriegsgefangene registrierte, während Schweizer Offiziere gleichzeitig Geheimnisse an die Mittelmächte weitergaben. Wir zeigen, wie die Schweiz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wegen ihrer Geschäfte mit Nazideutschland als Kriegsgewinnlerin unter Druck stand. Und wir fragen, wie neutral die Schweiz im Kalten Krieg tatsächlich war – und wie dieselbe neutrale Stellung Genf gleichzeitig zur Bühne für Gipfeltreffen zwischen Ost und West machte. Am Ende steht keine geradlinige Tradition, sondern eine Geschichte ständiger Neuaushandlung zwischen echter Vermittlung und handfestem Eigeninteresse.«Überall Geschichte!» ist Mitglied des Netzwerks #Historytelling.Wir freuen uns über Feedback an podcast@ueberallgeschichte.info. Mehr Infos findet ihr auf ueberallgeschichte.info. Wenn euch diese Episode gefällt, abonniert uns gerne!Tags: Schweiz, Neutralität, Sanktionen, RusslandFolge uns auf Instagram: @ueberallgeschichteund auf LinkedIn: Überall Geschichte! Podcast

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