#86: Die Erde als Scheibe: Wie ein Schweizer Käser das Weltbild kippen wollte

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Die Erde ist eine Scheibe: Das glauben heute nur noch wenige. Doch obschon das Wissen über unseren Planeten im späten 19. Jahrhundert bereits weit fortgeschritten war, hielt sich der Glaube an die flache Erde in manchen Kreisen hartnäckig. Einer der Menschen, der ihm anhing, war Melchior Dönni, Käser aus Luzern, dessen spannende Geschichte der Schweizer Historiker Urs Hafner in einem neuen Buch aufgearbeitet hat. Melchior Dönni war religiös geprägt, technisch interessiert – und überzeugt, dass alle anderen falsch lagen. In Broschüren und mit eigens konstruierten Erdreliefs vertrat er seine Theorie von der flachen Erde mit erstaunlicher Hartnäckigkeit.

Wir fragen: Warum klammerte sich Dönni so an seine Sicht? Welche Netzwerke, Ideen und Einflüsse führten dazu? Und was sagt sein Fall über die Entstehung von Wissenschaftsskepsis, Verschwörungsdenken und den Glauben an alternative Wahrheiten – damals wie heute?

Was die USA wirklich prägt: Eine andere Geschichte Amerikas Überall Geschichte!

***Unterstütze «Überall Geschichte!» auf Steady! Mit deinem Beitrag hilfst du uns, diesen Podcast unabhängig weiterzuführen.***Wenn heute über die USA gesprochen wird, dominiert meist ein einfaches Bild: gespaltenes Land, Blau gegen Rot, Demokraten gegen Republikaner. Das ist nicht falsch, aber es greift zu kurz. In dieser Folge schlagen wir deshalb eine andere Perspektive vor. Wir schauen auf die Vereinigten Staaten als historisches Mosaik regionaler Kulturen, deren Konfliktlinien weit älter sind als Parteien und Wahlkämpfe.Ausgangspunkt ist der Ansatz des Journalisten und Historikers Colin Woodard. Seine These: Die tiefsten Brüche der USA verlaufen nicht zwischen politischen Lagern, sondern zwischen Regionen, die seit der Kolonialzeit unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit, Staat, Religion und Ordnung entwickelt haben. Wir reisen von Neuengland über New York und die Midlands bis in den Süden, nach Appalachia und an die Westküste und zeigen, wie diese Kulturen entstehen, sich nach Westen ausbreiten und bis heute politische Debatten prägen. Die USA erscheinen so weniger als zerfallender Nationalstaat, sondern als dauerhaftes Aushandlungsprojekt zwischen sehr unterschiedlichen Gesellschaftsvorstellungen.«Überall Geschichte!» ist Mitglied des Netzwerks #Historytelling.Wir freuen uns über Feedback an podcast@ueberallgeschichte.info. Mehr Infos findet ihr auf https://ueberallgeschichte.info. Wenn euch diese Episode gefällt, abonniert uns gerne!Tags: USA, Kolonialismus, Kulturgeschichte, GeografieFolge uns auf Instagram: @ueberallgeschichteund auf LinkedIn: Überall Geschichte! Podcast

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